Freitag, 9. September 2011

Logbucheintrag 102

10. September 2011

9/11 - Tag des Terrors





We shall never forget
We shall keep this day,
We shall keep the events and the tears
In our minds, our memory and our hearts
and take them with us as we carry on.

Niemand wird die apokalyptischen Bilder wohl jemals vergessen können, die weltweit von den Fernsehsendern am 11. September 2001 übertragen werden. Fassungslos sitzt die Welt vor den Bildschirmen. Eine riesige Boeing 767 bohrt sich wie ein Projektil in den nördlichen 411 Meter hohen Tower des World Trade Center in New York und explodiert, 18 Minuten später schlägt eine weitere Boeing 767 in den südlichen Tower des WTC ein. Mehr als 3.000 Menschen sterben an diesem Tag.

Mehr als 3.000 Menschen, darunter 30 Deutsche, werden an diesem Tag Opfer des bisher perfidesten Terroranschlags, den islamistische Terroristen ausgelöst haben.

Damit ist der Morgen des Schreckens noch nicht vorbei: Etwas später stürzt ein weiteres entführtes Flugzeug in das Zentrum der amerikanischen Verteidigung, das Pentagon in Washington. 125 Menschen sterben in den Trümmern.

Ein viertes entführtes Flugzeug stürzt bei Pittsburgh ab, das vermutliche Ziel war das Weiße Haus.

Die Täter wussten genau, was sie taten, absolut perfekt, professionell und mediengerecht umgesetzt. Die Symbole, die sie zerstörten, waren präzise ausgewählt: Das Weiße Haus und das Pentagon als Symbole der Macht, das World Trade Center als Symbol des Kapitals und der Wirtschaft.

Der amerikanische Präsident George W. Bush, der sich zum Zeitpunkt der Anschläge in Florida aufhält, äußert sich in einer ersten Fernsehansprache: "Täuschen Sie sich nicht. Wir werden diese Leute bis zum Ende jagen und bestrafen."

Die USA befanden sich im Schockzustand: Die Anschläge waren der erste quasi militärische Angriff auf die kontinentalen Vereinigten Staaten seit 1814. Sie hatten daher weltweit gravierende politische und militärische Folgen. Amerika erwies sich am 11. September 2001 erstmals seit den Kämpfen um seine Unabhängigkeit von England im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert als im eigenen Land verwundbar.

Wer sind die Hintermänner dieser apokalyptischen Anschläge? Die Passagierlisten der entführten Flugzeuge machten rasch klar, dass es sich bei den Tätern um radikale Islamisten handeln musste. Sehr bald fällt der Verdacht auf den saudischen Radikalislamisten Osama bin Laden, der sich unter dem Schutz der Taliban in Afghanistan aufhielt. Nur ihm traut man zu, sowohl finanziell als auch logistisch in der Lage zu sein, die Drähte einer solchen komplexen Terroraktion zu ziehen. Die 19 Flugzeugentführer kamen mit gültigen Papieren in die USA, zumeist einige Monate vor den Anschlägen. Einige nahmen Flugstunden. Ansonsten verhielten sie sich unauffällig.

Knapp vier Wochen nach den Attentaten von New York und Washington haben die USA und Großbritannien mit dem Militärschlag gegen das Taliban-Regime in Afghanistan begonnen. Mit den Terroranschlägen von Madrid im März 2004, den Anschlägen in London im Juli 2005 und den misslungenen Anschlägen in den Bahnhöfen in Dortmund und Koblenz im Juli 2006 erreichte der Terror auch Europa. Die Welt ist unsicherer geworden.

Der "Krieg gegen den Terror" dauert bis heute an. Zehn Jahre nach dem 11. September 2001 befinden sich noch immer US-Soldaten und internationale Truppen in Afghanistan. Der Einfluss der Islamisten wächst wieder, die Demokratisierung rückt in weite Ferne.

Der russische Präsident V. Putin gibt noch am 11. September folgende Stellungnahme ab: Die USA seien „von einem nie dagewesenen Akt einer Aggression seitens des internationalen Terrorismus“ betroffen. Er, der Präsident, drücke sein „aufrichtiges tiefes Mitgefühl“ mit allen Opfern und ihren Familien aus. Die jetzige „freche Herausforderung“ (naglyj vyzov) richte sich „gegen die gesamte zivilisierte Menschheit, und jetzt würde „zum wiederholten Masse die Aktualität des Vorschlags Russlands unterstrichen, die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den Terror, diese Pest des 21. Jahrhunderts, zu vereinen“. Russland wisse „nicht nur vom Hörensagen, was Terror ist“, und darum verstehe es nicht nur den Schmerz der Amerikaner, sondern „unterstütze“ sie auch.

China: Staatspräsident Jiang Zemin drückt noch am 11.9. in einem Telegramm an den amerikanischen Präsidenten ein tiefes Bedauern über die Ereignisse aus und betonte, China sei gegen jede Form terroristischer Aktivität. In einem Telefonat des chinesischen Präsidenten mit George W. Bush am 12.9. erklären beide Seiten ihre Bereitschaft zu Dialog und engerer Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus. Diese Kooperation soll durch Konsultation der Außenminister und der Vertretungen beider Staaten bei den Vereinten Nationen gestärkt werden. China bietet außerdem den USA Unterstützung bei den Rettungsarbeiten an und wies die eigenen Vertretungen in den USA an, chinesischen Bürgern Hilfe zu gewähren.

Ein im August 2007 veröffentlichter interner CIA-Bericht, verfasst von CIA-Generalinspekteur John Helgerson, wirft dem damaligen Chef George Tenet schwere Versäumnisse vor. Die CIA habe "ihre Aufgaben nicht auf befriedigende Art und Weise erfüllt". Konkret geht es um zwei Attentäter des 11. September. 50 bis 60 CIA-Beamte wussten bereits im Jahre 2000, dass Nawaf al-Hazmi und Khalid al-Mihdhar ein Terrorrisiko darstellten. Im Januar 2000 flogen die beiden nach Malaysia, um an einem Treffen potenzieller Verschwörer teilzunehmen. Die CIA war im Bilde. Dennoch versäumte sie es, das FBI zu alarmieren. Dennoch gebe es nicht einen Hinweis dafür, dass die Anschläge in New York und Washington verhindert hätten werden können.
CIA:

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